Darf ich auch mal was sagen?

Wer erteilt mir die Berechtigung in einer Runde, Konferenz, in der Klassengemeinschaft etwas zu sagen? Warte ich auf die Zustimmung der anderen oder die Erlaubnis des Gruppenleiters?

Also benehme ich mich gut

Werde ich sicherer, wenn ich ein Amt oder eine Funktion habe, weswegen ich sprechen sollte?

Also versuche ich solche Ämter zu bekommen

Wenn ich Freundschaft geschlossen habe mit dem ein oder anderen wird es auch leichter etwas zu sagen?

Also versuche ich mich nicht zu streiten und viele Freundschaften zu knüpfen.

Das alles sind Muster, die mich abhalten, mich einzubringen. Dabei sehe ich die ganze Zeit schon ganz viel, aber ich traue mich nicht.

Vor was habe ich Angst? Für der Ablehnung, vor Zurückweisung? Die Angst mich der Konfrontation zu stellen, wenn ich nicht sicher weiß, wer mir den Rücken deckt oder ob ich das Recht habe etwas zu sagen?

Solange ich mich nicht der Situation ausliefere, schutzlos zu sein, zerbrechlich, angreifbar, so lange werde ich mir mit Mustern, Schutzmechanismen, emotionalem Verschließen und mit dem Erlangen von Macht helfen mich in eine Position zu bringen, in der ich nicht mehr angreifbar bin.

Das gilt für Schüler wie für Lehrer

Was macht dann einen guten Lehrer aus?

Einen, der sich selbst beobachtet und sich kennt, der weiß, was es in einer Gruppe braucht, um sich so wohl zu fühlen, so dass man sich trauen kann, sich zu zeigen, und der diese Umgebung dann auch für seine Gruppen schafft. Denn es geht nicht darum, die Position des Lehrers abzuschaffen, dass alle gleich sind.

Als Lehrer habe ich immer noch eine Macht-Position. Das Positive daran ist, wenn ich auf der klaren Position eines Lehrers, eines Gruppenleiters oder Klassensprechers sitze, und mich die Gruppe autorisiert hat, dann kann ich die Gruppe tatsächlich leiten, weil ich darauf vertraue, wenn ich diesen Platz ganz einnehme, dann weiß ich, was der nächste Schritt ist, wie einzelne gefördert werden können und was jetzt für die Gruppe dran ist.

Und wenn sich die Gruppe aber nicht führen lassen will?

Steigende Disziplinprobleme zeigen meiner Meinung nach, dass Schüler eine Macht- oder Führungs-Position nicht mehr ohne weiteres akzeptieren. Man könnte spekulieren, dass der Grund der Verlust des Wissensmonopols ist. Alle können alles Wissen auf Knopfdruck abrufen und sind nicht mehr auf den Lehrer angewiesen.

Wie sonst aber legitimiert sich die Position im Klassenzimmer?

Ich glaube, die steigenden Disziplinprobleme kommen nicht daher, dass Schüler prinzipiell gegen hierarchische Strukturen sind, sondern weil sie berührbare Lehrer wollen. Menschen, die sie als Menschen spüren können, die ihnen nicht hinter Schutzmechanismen begegnen, sondern direkt. Die dadurch angreifbar werden, auch verletzlich und dennoch offen bleiben. Die ihre Meinung sagen ohne zu demütigen und zu beschämen. Die sich bemühen, ihre Schüler zu sehen und das ansprechen, was sie wahrnehmen. Dann erfolgt Führung nicht verordnet durch die Position, die Macht, sondern durch Ermächtigung, durch den Respekt den man voreinander hat, dann entsteht der Wunsch, sich führen zu lassen.

Und das muss nicht heißen, dass ich als Lehrer immer nur ganz sacht bin und einfühlsam auf meine Schüler eingehe. Wenn Wut da ist, hat sie genauso ihren authentischen Platz wie die Freude. Und auch wenn die Emotion überkocht darf das sein. Schüler haben ein feines Gespür dafür, ob das echt ist, was ihnen da gegenüber steht, egal welche Schrullen sich dabei entpuppen. Und umgekehrt genauso.

Und diese Lehrer führen nur so lange, bis ihre Schüler soweit sind, sich selbst dazu zu ermächtigen, ihren eigenen Weg zu gehen.

Bis wir schließlich die Erkenntnis gewinnen: Wir alle können voneinander lernen. Und dann wird es bedeutungsloser, wer etwas wann sagt.

über diese uns andere Themen können wir uns auf dem Celebrate Life Festival

austauschen! Darauf freue ich mich schon! (siehe Termine)

Eine inspirierte Zeit wünsche ich!

Silke

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Termine:

auf dem Celebrate Life Festival gibt es einige Angebote unserer Gruppe im Themenzelt Bildung und Bewusstsein:

Freitag 29.7.2011:

Bildung nach dem Abendessen, Treffen für Multiplikatoren in Bildungseinrichtungen, Einstimmen auf das Festival, Ich und meine Institution – und meine Intuition 🙂

Samstag 30.7.2011:

14.30 – 15.30 Uhr

Experimentelles Coaching: Beratung von der Kerngruppe.Wo liegt dein Potenzial?Was ist deine Kernkompetenz?

15.30 – 17.30 Uhr

Bildung und Erziehung als Integrale Lebenspraxis, Vortrag und Workshop Sonja Student

Sonntag, 31.7.2011

14.30 – 15.30 Uhr

Treffpunkt für Eltern, Infos, Angebote und Fragen mit Anjet Eich, Berit Lütteke und  Gaby Stalter (Transparents)

15.30 – 17.30 Uhr

TransParents- Erfahrungsräume für Eltern I Kontakt und Bindung

Montag, 1.8.2011

14.30 – 15.30 Uhr

Elternsein in Schule.Übungen für Eltern und Lehrer, ihre Kinder tiefer sehen zu lernen.

15.30 – 17.30 Uhr

Vision works for schools-Workshop Janet Grant, Übungen zur emotionalen Intelligenz für Schüler, Eltern und Lehrer

Dienstag, 2.8. 2011

15.30 – 17.30 Uhr

TransParents-Erfahrungsräume für Eltern II, Authentisches Eltern Sein

Mittwoch, 3.8.2011

15.30 – 17.30 Uhr

Workshop in der kleinen Halle: „Wenn ich nur wüsste, wie du tickst…“, für Schüler, Eltern und Lehrer

das gesamte Programm: hier

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weitere Termine der Gruppe: siehe Veranstaltungen

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Links zur Nachhaltigkeit:

Diese Woche findet die

Jahreskonferenz des Rates für Nachhaltige Entwicklung am 20.06.2011 in Berlin statt

„…und was bedeutet Nachhaltigkeit? Der Meinungsplatz“

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Vom Rat für Nachhaltige Entwicklung herausgegebene Broschüre:

Visionen 2050

 

 

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