Der Radius der Verantwortung

Was ist die gesunde Entwicklung von Verantwortung? Diese Frage beschäftigt mich in letzter Zeit immer mehr. Ich arbeite an einer Schule, an der Verantwortung eine Schulfach ist. „Projekt Verantwortung“ ist 3 Jahre lang ein Nachmittag, an dem sich Schüler sozial oder ökologisch engagieren. Es wird viel getan, um unsere Schüler zu verantwortungsbewussten Menschen zu erziehen, und doch gibt es so etwas wie eine Verantwortungsmüdigkeit. „Oh, nein, nicht schon wieder die Welt retten…können wir nicht einfach nur mal eine Batterie bauen?“.

Was ist das gesunde Maß?
Ein Mensch dehnt seine Verantwortungsbereiche aus, z.B.  von „ich habe Hunger“ zu „mein Hund hat Hunger“ bis zu „Afrika hat Hunger“ und „Ich kümmere mich darum“.
Wann haben wir angefangen mehr Verantwortung zu übernehmen, als für uns allein? Mit dem ersten Haustier, der Betreuung der kleinen Schwester, dem eigenen Kind, dem Leitungsposten in der Firma, dem Vereinsvorstand, dem Dienst an der Welt?
Wie kann das Übernehmen von Verantwortung in der Erziehung/ Bildung gefördert werden? Ist es für Schüler nicht eher dran, erstmal die Verantwortung für sich ganz zu übernehmen? Für das eigene Lernen, für die geistige, emotionale und körperliche Entwicklung? Das können viele noch nicht mit 18, und sollen gleichzeitig die Welt retten? Wäre es nicht viel sinnvoller, wir Erwachsenen würden Projekte machen, also zum Beispiel ein Kollegium in der Schule, also die Kollegen untereinander, nicht mit den Schülern, als Beispiel, als Vorbild?
Und was ist schief gelaufen, wenn Erwachsene immer noch nur um sich selbst kreisen und die Verantwortung für ihre Umgebung nicht übernehmen, sich nicht in die Gesellschaft einbringen? Sich mit 40 oder 50 Jahren nur damit beschäftigen, wie es ihnen ein bisschen besser in Beziehung gehen kann? Gab es da eine Überforderung in jungen Jahren? Zu früh zu viel Verantwortung? Oder nie ein Beispiel was es heißt, als Erwachsener Verantwortung zu übernehmen über den kleinen eigenen Radius hinaus?
Oder gibt es einfach Menschen, deren Bestimmung es ist, in die Verantwortung zu gehen, mehr als nur das eigene zu tragen,  und für andere ist es eben nicht dran?
Oder erweisen wir der Welt tatsächlich den besten Dienst, wenn wir uns gut um uns selbst kümmern, immer wieder mit der Frage: was tut mir wirklich gut, emotional, geistig, physisch? Dann würde ich theoretisch nichts machen, was mir oder anderen oder der Natur schadet. Das funktioniert wahrscheinlich dann,  wenn ich mich mit allen anderen verbunden fühle. Wenn ich mit dem um mich herum eine Verbindung fühlen kann, wird das was ich für mich tue ein Dienst an der Welt.
Das führt mich wieder zu dem Anliegen, genau an diesem Punkt zu arbeiten, immer mehr Bewusstsein in den Alltag zu bringen, in meinen eigenen, in den von Menschen, mit denen ich arbeite in Seminaren. Meine Verantwortung liegt zur Zeit genau hier, im Bildungsbereich.
Und wo übernimmst du die Verantwortung? Und wo förderst du sie bei deinen Schülern/Kollegen? Und wie? Was denkst du dazu?
Gern kannst du hierzu einen Kommentar posten!
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