Ein Leben für die Freiheit von Bildung

Ein Gespräch

Anke Caspar-Jürgens

Im wunderschönen Wangelkow an einem goldenen Herbstmorgen sitze ich mit Anke im Garten des Brennesselhofes. Mir begegnet eine weise Frau mit einer außergewöhnlichen Geschichte, die es nicht leicht gehabt hat im Leben und die sich und dem, für was sie brennt, treu geblieben ist. Sie brennt für eine freie Bildung, sie hat erlebt was es mit den Menschen macht, wenn sie aufhören zu funktionieren und anfangen, ihre eigenen Dinge zu tun. So wie sie selbst es getan hat.

Ihre Geschichte hat sie in ihrem Buch „Lernen ist Leben“ niedergeschrieben, das mich gleich auf den ersten Seiten in den Bann gezogen hat. Hier findet sich eine Mischung sehr persönlicher Momente aus ihrem Leben und der Schilderung eines außergewöhnlichen und in Deutschland einmaligen Versuchs der freien Bildung. Die Familienschule lässt Anke wertvolle Beobachtungen machen, die sie in ihrem Buch mit uns teilt. Ich finde, ein „Muss“ für alle, die sich mit Bildung und dem Update davon ernsthaft auseinander setzen möchten.

Ich freue mich sehr, dass Anke das Projekt LernKulturZeit  als Mentorin und Impulsgeberin begleiten wird, wenn die Gruppe bei ihrer Lernreise Station macht in Klein Jasedow.

Ihr Buch: Lernen ist Leben: Die Familienschule: Wie Schule sein könnte, wenn das Lernen frei wäre

Sie hat einen sehr aktiven Verein gegründet: Lernen ist Leben – Bundesverband Natürlich Lernen! e.V. BVNL. Für die oya schreibt Sie jeden Monat in der Bildungsrubrik.

Hier ein Zitat aus dem Buch, das für mich sehr den Kern trifft dessen, um was es auch mir geht:

Beziehung als Grundlage von Menschlichkeit und damit von „Lernen“

Mein Wunsch „Leben ist Lernen ist Lieben“ als Motto…

Ich möchte ein paar Momente des Gesprächs – unvollständig – wieder geben.  Nicht mit der gleichen Poesie, wie Anke dies kann.

„Ich merkte, dass ich und das System nicht zusammen passen. Mir ging es um die Entfaltung der jungen Menschen und im System ging es um Anpassung“

„Ich nahm keine Aufträge für Vertretungen mehr an. Ich wollte nicht mehr reparieren und flicken. Nach einem Jahr wären ich und die Gruppe zu einer funktionierenden Gemeinschaft werden können – und im nächsten Jahr wird sie neu zusammen gesetzt, oder die Lehrer werden ausgetauscht. “

„Es ist Verschwendung, wenn ich  meine Freude und Lebensenergie in ein geschlossenes System pumpe, das einen definierten Anfang und ein Ende hat, wo Beziehungen einfach abbrechen, völlig aus dem Lebenskontext herausgehoben, einfach künstlich. Wenn ich darin mit meiner echten Begeisterung Leben schaffe, laugt mich das mit der Zeit aus.“

Ich habe viel gelernt aus dem Gespräch. Teile meiner eigenen Lehrerbiografie sind in einem neuen Licht erschienen, ich konnte Dinge aus einer anderen Perspektive sehen. Lernen ist Leben. Und ich liebe das Lernen!

Heute lerne ich, was mich wirklich interessiert, wo und wann ich das möchte. Und wenn es immer so wäre, noch nie anders gewesen wäre?

Es berührt mich, wenn ich Menschen begegne, die ihr Leben ganz einer Sache weihen. Am Montag wird sie 70. Und an Ruhestand ist nicht zu denken. 🙂 Gott sei dank!

Danke liebe Anke für dein unermüdliches Sein und Tun.

Hier noch der Link zu einem Artikel in der Oya-online, wo Anke wichtige Stationen auf ihrem Weg zur Pionierin eines freien Bildungswesens schildert.

Advertisements

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Uncategorized

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s