Die Droge Anerkennung und die Freiheit davon – Leben in Verantwortung

Wer sie einmal gekostet hat, wird abhängig.

Wir wachsen, wenn wir Lob und Anerkennung erhalten, Kritik macht uns klein – und damit werden wir abhängig vom Urteil anderer.

Wie kann eine Umgebung geschaffen werden, in der Kinder aufwachsen können, die sie unabhängig macht von Bewertungen anderer? So dass sie sich ohne diese Droge in Freiheit entwickeln können und ihre Fähigkieten entwickeln können und nicht zu dressierten Erfüllern werden? Eine Umgebung, wo jeder in seiner Individualität zählt.

Vielleicht ist der Film Bergfidel dazu eine gute Inspiration.

Angst machen und beschämen sind als Erziehungsmethoden völlig unnötig. Kindern sind fähig ganz natürlich aus ihren Fehlern zu lernen, es ist nicht nötig ihnen Schamgfühle oder ähnliches zu vermitteln. Angst und Scham werden leicht zu Werten, die sie Kinder mitlernen und die ihnen ihre natürliche Unbefangenheit nimmt.Wenn sie sich Sorgen machen, etwas falsch zu machen oder andere zu enttäuschen oder den Erwartungen anderer nicht zu entsprechen, sind sie nicht mehr frei in ihrem Ausdruck.

Die Frage ist, was wir als den Weg zum Glück definieren. Ist es Lob und Anerkennung durch die Gesellschaft oder zählt für ein freies und glückliches Lebens mehr, seinen Gefühlen Ausdruck zu geben?

Wer seine Gefühle nicht ausdrücken kann, hat schnell emotionale Verstopfung und ist gehemmt. So kann keine Nähe, Intimität und letztlich echte Liebe wachsen. Und ohne diese kann ich mir kein glücklichen Leben vorstellen.

Richtig lebendig sind wir nicht in den sicheren Konditionen, die uns ein gesellschaftlich angepasstes Leben vermittelt.

So wie dieses Zitat, von dem ich nicht weiß, wer es zuerst gedacht hat:

Schiffe sind im Hafen sicher. Aber das ist nicht, wofür Schiffe gemacht sind!

Was wäre es für eine Gesellschaft, in der Kinder ohne Angst aus ihrem Hafen auslaufen, immer wieder, um die Welt zu erkunden, mit der Gewissheit in das ruhige Gewässer des Heimathafens zurück kehrn zu können , und mit dem Segen, derer, die ihnen Vertrauen bei ihren Unterfangen schenken.

Der erste Schritt ist für mich die eigenen Klarheit, wo ich mich von Konditionierungen abhalten lasse, wirklich lebendig zu sein und zu dem zu stehen, was authentisch mein Ausdruck ist.

Und das ist auch, wenn ich von einer Schule in einem neuem Bewusstsein spreche. Bewusstsein durch Bewusstheit. Bewusstheit hat Anthony de Melle beschrieben als „die Fähigkeit zu beobachten, wie wir die Wirklichkeit filtern, und nicht nur das Bild sehen, das wir uns von ihr gemacht haben.“ Wenn das gelingt, werden wir wacher. Transparente Kommunikation nach Thomas Hübl habe ich als sehr hilfreiches Werkzeug kennen gelernt, diesen Filter in Beziehung mit meinem Gegenüber immer klarer sehen zu können.

Und natürlich ist Meditation ein wunderbare Unterstützung.  Melle: „Meditation bedeutet, alles zu beobachten, was sich im Bewusstseinsfilter befindet, erkennen, sich bewusst machen, dass alles vergänglich ist, unbefriedigend und frei vom Ich. Sonst verbringt man sein ganzes Leben damit in seinen Gedankengebilden zu verweilen, Etiketten auf alles zu kleben mit dem Urteil „gut“ und „schlecht“ anstatt zu erkennen, es ist wie es ist und in der Akzeptanz dessen fei zu werden.

Was heißt das für die Schule?

Kann ich als Lehrer meine Bewusstsein so weit machen, um bei mir anvertrauten Schülern zu sehen, was ist, ohne es zu bewerten? Jeden in seiner Einzigartigkeiet annehmen und schätzen lernen – eine Aufgabe, die umso schwerer ist, je mehr mir ein Schüler fremd ist. Ist es auch da möglich?

Im Prinzip ist die gerade allseits diskutierte Inklusion ein wunderbares Hilfsmitel hierfür. Ihre spirituelle Dimension ist es, sich der Etiketten, die wir auf alles und alle kleben bewusst zu werden und die Einteilungen, die wir alle vornehmen, zu hinterfragen. Das heißt hinsehen lernen.

Ich glaube, der erste Schritt ist das Hinsehen bei mir selbst. Dieser  Schritt mag der schwerste sein, aber der absolut notwendige, wenn es uns ernsthaft um eine Veränderung des ganzen geht. Nach dem AQAL-Modell gibt es immer verschiedenen Perspektiven auf die Wirklichkeit zu schaun – gehen wir mal davon aus, dass es so etwas wie eine Wirklichkeit auch gibt – und der Quadrant meiner inneren Befindlichkeit interagiert immer auch mit dem, was sich im außen zeigt.

Alte – und neue- Weisheitstraditionen sprechen davon, dass das, was uns geschieht ein Abbild unseres inneren Zustandes ist. Wenn wir das wirklich ernst nehmen, persönlich und gesellschaftlich, erwächst daraus eine Verantwortung für jeden, den Unterschied zu machen. Das geht nicht mit einer Entscheidung des Kopfes, wenn die Konsequenzen nicht wirklich gefühlt werden. So wie Scharmer in seiner Theorie U formuliert: Wer nicht die gleichen Fehler der Vergangenheit machen möchte, muss von der Zukunft lernen. Aus der bisherigen Abfolge von „Handlung-Beobachtung-Reflexion-Plan-Handlung“ wird eine neue von „Handlung-Beobachtung-inneres Wissen entstehen lassen-unmittelbare Handlung“ .

Nicht nur auf Wissen, sondern auch auf inneres Wisssen zugreifen zu können und Handlungen aus den Impulsen aus der Stille aufkommen zu lassen – das sind für mich wesentliche Elemente einer neuen LernKultur.

Freisein heißt, nicht mehr das kindische Verlangen zu haben, in Ordnung zu sein

Ein Wunder-Volles Jahr wünsche ich uns allen!

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Ein Kommentar

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Eine Antwort zu “Die Droge Anerkennung und die Freiheit davon – Leben in Verantwortung

  1. Reblogged this on Die Schule für ein selbstbestimmtes Leben und kommentierte:
    Etwas zum Nachdenken und vielleicht auch zum Hinterfragen.

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