Welt-Reisen mitten in Deutschland

Eine Weltreise der besonderen Art, der LernKultur-Art möchte ich mit euch teilen.

Sie fing an mit einem Besuch der Hochschulrektorenkonferenz in Berlin am 11.6., es ging um das spannende Thema „Lehrerbildung – Verantwortung für die Zukunft“

Im Bericht dazu heißt es: An den Hochschulen ist das Bewusstsein für die Bedeutung der Lehrerbildung deutlich gestiegen und die „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ von Bund und Ländern gibt weiteren Schub. Dies ist aber nur eines der Ergebnisse der Tagung …

Was ich gehört habe: es gibt jetzt an den Hochschulen Lehrerbildungszentren, es geht darum, noch besser zu werden bei Pisa, die Kompetenz- und Bildungsstandards müssen erreicht werden, Hochbegabtenförderung braucht das Land… ach, ja, das Burnout der Lehrer… hm, sie sollten mehr Sport treiben, das hält gesund. Ach, ja, und dann haben wir die Zulassungen zum Lehramtsstudium überdacht, wir prüfen besser, wer da studieren will und wie belastbar die Menschen sind,  dann bekommen wir nur die besten, und die werden dann nicht krank… Ich übertreibe ein wenig, aber so habe ich den Grundton empfunden. Kein Raum für die wirklich wichtigen und großen Fragen.

Ich war enttäuscht. In einer Zeit wo die Folgen der Leistungsgesellschaft so evident sind und wir soziale, ökologische und ökonomische Systeme an die Wand fahren, wird da als Ausblick für die Zukunft nur von Leistung gesprochen…

Ok, das waren alles Menschen aus dem System, die Bundesbildungsministerin, die 2. Vorsitzende der Kulturminister-Konferenz, etliche Hochschulrektoren, Professoren… Ein System ist dazu da, sich selbst zu erhalten…was darf ich da erwarten?

Nächste Station der Reise: Der Wir-Kongress der Heiligenfeld-Kliniken… welch eine Wohltat… Menschen, die mit sich verbunden sind, vom Herzen sprechen können, wo man sich als Mensch begegnet und nicht in Rollen. Deswegen wird hier nicht weniger gelernt, oder gibt es weniger Respekt oder Kompetenz, im Gegenteil. Ich atme auf! Das ist viel mehr meine Welt, meine Kultur… Die an der Uni war es auch mal, aber es erscheint mir fremd und weit weg. Letztlich bin ich nicht mehr an der Universität, weil ich dort nicht die Antworten auf meine Fragen gefunden habe…

Zu gleich habe ich eine große Liebe für intensive Lernräume, die auch tatsächlich dem Lernen und Erforschen gewidmet sind, wo ich meinen Hunger nach dem Verständnis der Welt und des Leben nachgehen kann. Solche Universitäten wünsche ich mir – und wenn´s nicht anders geht, werde ich so eine gründen… nicht ich alleine 🙂 Und es würde mir große Freude bereiten. Tempel des Lernens, beseelte Universitäten und Schulen…

Ich war beim Workshop mit Otto Herz, den ich sehr genossen habe, dieser Mann strahlt eine große Weisheit aus! Er hat mich mit seinem Schema über die vier Grundtypen von Schule sehr nachdenklich gemacht. ( es handelt sich hier erst mal um eine sehr pauschale Aussage, die Otto allerdings bei seinen unglaublich vielen Besuchen an verschiedensten Schulen weitgehend bestätigen kann – Ausnahmen bestätigen die Regel – hoffentlich). Wo gibt es sie, diese Schulen, die Schüler zu hohen Lernleisteungen motivieren und wo sich alle richtig wohlfühlen – wobei das eine sicher das andere bedingt. Und was macht diese Schulen aus? Was ist das Kern-Geheimnis?

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Joachim Galluska, den Gründer der Heiligenfeld-Kliniken, traf ich bald darauf wieder bei der Wir-Konferenz des Integralen Forums, wieder ein bisschen eine andere Welt,  noch mehr Spiritualität. Wenn es beim Wir Kongress der Heiligenfeld Klinken kurze Momente der Stille gab, wurde hier meditiert mit allen, eine Ausstellungsarbeit gehörte zum Konferenz-Ablauf hinzu… Weniger emotional, aber hoch geistig inspirierend. Bildung war auch hier Thema, dadurch, dass Margret Rasfeld dabei war und über die Evangelische Schule Berlin Mitte gesprochen hat. Diese Schule ist eines von den Beispielen, das Frederic Laloux in seinem neuen, genialen Buch „Reinventing Organizations“ beschrieben hat. Ein Ansatz, der mich dazu veranlasst über Schulgestaltung noch mal ganz neu nachzudenken. Es inspiriert mich sehr und gleichzeitig habe ich das Gefühl immer weiter weg zu kommen vom Mainstream. Wie schafft man den Anschluss?

Also, alles in allem eine inspirierende Reise, die mir die verschiedensten Seiten der Bewegungen in unserem Bildungssystem in destillierter Form gezeigt hat. Zusammen mit dem Think More about-Kongress in Brixen auch eine Reise um alte Bekannte zu treffen, neue Bekanntschaften zu schließen und alte zu pflegen, und neue Bündnisse zu knüpfen. Für eine Bewegung im System braucht es wirklich alle!

Mein Traum ist es, beim kommenden Symposium Bildung und Bewusstsein alle Strömungen zusammen zu bringen zu einem regen und tiefgehenden Austausch, für eine verantwortliche Gestaltung unseres zukünftigen Bildungs – Wesens. Ein richtiger Weltkongress, ein BildungsWelt-Kongress 🙂

Und ich freue mich über alle, die dabei sind, und die Welt, von der unsere Herzen träumen möglich machen!

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