Der C64 und die Schule der Zukunft

 

Wenn wir heute sagen, wir wollen ein anderes Schulsystem, so ist das ein bisschen so wie wenn ein C64 -Nutzer von den Computerspielen der Zukunft geträumt hat…

ES BRAUCHT EIN UPDATE DER HARDWARE, BEVOR WIR EINE NEUE SOFTWARE LADEN KÖNNEN

Der C64, für viele der erste Computer, hatte eine Speicherkapazität 64 kb. Kann man sich das vorstellen? Das kleinste Bild braucht heute mehr Speicher.

Im Besitz eines C64 zu sein war großartig! Man konnte sogar schon Spiele damit spielen…es war damals wohl kaum vorstellbar, welche bunte Vielfalt heute über unsere Rechner läuft, und welche Bildbearbeitungsmöglichkeiten, Videos, Austausch über Social Media  …heute möglich sind. Internet war noch gar kein Thema.

Es war kein einfacher und kleiner Schritt vom C 64 zu heutigen PCs mit Speicherkapazitäten von hunderten Gigabyte, oder gar Festplatten in Terabyte-Größe. 64 KB versus 1 Terabyte (1.073.741.824 KB), das hat 30 Jahre gedauert. Es war eher ein langsames sich  bewusst werden, dass sich die Technologie immer weiter wandelt, ein organisches sich entwickeln. Mit dem Voranschreiten der Hardware wurde neue Software entwickelt, und für erweiterte Software brauchte es neue Hardware. Als man einmal die Möglichkeiten entdeckte, die es geben könnte, entstand ein großes Interesse an der Weiterentwicklung. Was möglich erscheint, findet Wege, real zu werden. Der Nutzer war „gezwungen“ mitzugehen. Wenn man die schönen neuen Spiele spielen wollte, musste man seine Hardware updaten.

Ich denke, mit dem Wunsch nach einem neuen Bildungssystem ist es ganz ähnlich. Es wird sich verändern, um den heutigen Bedürfnissen zu entsprechen. Für veränderte Umweltbedingungen und evolvierte Menschen braucht es andere Formen des Lehrens und Lernens, und andere Formen des Lehren und Lernens werden andere Menschen hervorbringen, die anders denken. Aber wie es aussehen wird, wissen wir heute noch nicht, wir sind noch zu sehr die alten Bilder gewohnt, wir denken in den Rahmen und Kategorien die wir kennen. Und vielleicht ist es auch so, dass wir momentan versuchen, immer mehr an Neuem auf das Alte draufzupacken, immer mehr verlangen an Leistung wo doch die Kapazität längst aufgebraucht ist…

Eine Hauptaufgabe in der Entwicklung eines neuen Systems ist daher das Schaffen von Räumen, die uns erlauben, Altes loszulassen und Nichtwissen einzuladen. Gezogen von der Zukunft statt getrieben von der Vergangenheit können wir lernen uns mehr und mehr einzustimmen, was es wirklich braucht, um in Zukunft nachhaltig auf diesem schönen Planeten zu leben und wie ein Bildungssystem aussehen könnte, das zu diesem Vorhaben passt.

Globalen Ziele können zu inneren Anliegen werden wenn wir uns selbst als untrennbar verbundenen Teil der globalen Lebensgemeinschaft verstehen lernen. Das ist es, was Bewusstseinsentwicklung zum Ziel hat.

Das Streben nach Bildung für nachhaltige Entwicklung und Bewusstseinsentwicklung gehören daher für mich untrennbar zusammen. Das ist die neue Software, die erst dann wirklich läuft, wenn die Hardware upgedatet ist.

 

 

Advertisements

Ein Kommentar

Eingeordnet unter Uncategorized

Eine Antwort zu “Der C64 und die Schule der Zukunft

  1. Die Schule der Zukunft in Deutschland wird eine ohne Schulpflicht sein oder weiterhin ein reformistisches Rumgebastel im Horizont wirtschaftlicher Ver-wertungsinteressen. Der Widerspruch von grundgesetzlicher Menschen-würde und Zwangsverpflichtung zur schulischen Käfighaltung wird zunehmend offenkundiger. Die Bewegung in den Menschen (Kindern wie Erwachsenen) geht woanders hin.

    Bevor wir von „globaler Lebensgemeinschaft“ sprechen, sollten wir erstmal davon sprechen, wie wir uns eine Lernkultur unserer deutschen Lebens-gemeinschaft wünschen – und das wird ganz sicher nicht ein Bildungs-„system“ sein, denn eine wirklich qualitative Lösung zweiter Ordnung, in der nicht mehr weiter herumreformiert wird, braucht eine grundsätzliche Veränderung unseres Selbstverständnisses. Wie wollen wir leben (und zunächst einmal: hier, in unserer Kultur)?

    Der Begriff „System“ erscheint mir im Zusammenhang menschlichen Lebens und Sich-entfaltens nicht geeignet, da er im üblichen Gebrauch – wie auch hier – fatal an technische Systeme anknüpft – bezeichnend der schräge Vergleich mit der Maschine Computer: das menschliche Vermögen ist bekanntermaßen groß und voller Potential, es muss nicht weiter entwickelt werden, unsere Neuroplastizität erlaubt uns ein enormes Maß an Flexibilität. Es braucht keine technische Weiterentwicklung des „Systems“ Mensch (das besorgt im Zweifelsfall der ungeplante Evolutionsprozess) sondern es braucht Bedingungen, in denen ein Mensch sich frei entfalten kann.

    Eben diese Bedingungen fehlen in katastrophaler Weise, sie sind die dring-end benötigte „Software“. Diese Bedingungen entstehen nicht in irgendwel-chen Systemen, sondern in den Herzen der Menschen, die solch seelenlose Sprache und deren materielle Ausdrucksformen nicht mehr ertragen können, weil sie darunter seelisch und physisch leiden. Sie entstehen dort, wo Eltern ihre eigene Bildungsbiografie reflektieren, wo Kinder nicht mehr in den Kindergarten oder in die Schule gehen wollen, wo abweichendes Verhalten in den Institutionen und außerhalb derer zu einem unumgehbaren Problem wird, wo dies endlich als ein Hilferuf erkannt wird, an dem Bewusstsein reifen kann und muss. Muss, weil der Schmerz und das Leid nicht mehr aushaltbar sind. Und gottseidank gibt es eine zunehmende Anzahl von Menschen, die dies erfahren und Konsequenzen daraus ziehen. Sie sind die treibenden Kräfte für eine neue Kultur von Aufwachsen, Lernen, Leben – jenseits euphe-mistischer Sprüche von sogenannten „Bildungsexperten“.
    Wolfgang Mattern

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s