Übungen

Wirklich Fühlen

Bevor du das nächste Mal wegschaust oder wenn du ein komisches Gefühl im Bauch hast: halte inne, lass die Gefühle zu, die auftauchen, egal ob da Wut, Trauer oder Angst ist. Werde dir bewusst, was du fühlst und kommuniziere es. Hör auf dein Herz, denn das Wesentliche ist sowieso nur damit zu erkennen, das wissen wir (im Kopf) schon, seit wir alle im Unterricht den kleinen Prinzen gelesen haben. Aber haben wir ihn auch mit dem Herzen verstanden?

Mitleid und Mitgefühl mit deinen Schülern und aber auch mit dir selbst für eine menschlichere Schule zuzulassen braucht etwas Mut. Viel Spaß beim Üben

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Ein wertvolles Geschenk sein

Wem oder was schenkst du deine Zeit, dein Talent, deine Aufmerksamkeit? Ist es das wert? Wie kostbar ist das Geschenk, das du zu geben hast? Was würdest du dir heute schenken? Fällt dir etwas ein? Dann tu es 🙂 Auch wenn nicht Weihnachten ist!

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Authentisch sein

“Jeder Plan, der vom Planer auch gelebt wird hat Kraft. Pläne und Philosophie, die nicht gelebt wird von dem, der sie verkündet, wirken pathologisch. Wort und Tat müssen in Übereinstimmung sein, nicht weil alles andere Heuchelei wäre sondern weil es eine Krankheit des Herzens fördert, die wesentlich zum Schlamassel beiträgt, in dem wir uns befinden.”
(Mushin Schilling)

Deshalb ist es gut, immer wieder zu prüfen, ob das, was man gerade macht, noch authentisch ist. Man kann das machen, in dem man in sich hinein horcht. Oder man merkt es an der Reaktion der Außenwelt. Gut ist es, wenn man beides miteinander verknüpft, also wenn die Reaktion außen heftig ist, ablehnend, kann ich mit der Zeit herausfinden, ob mir das nicht hätte früher auffallen können, vielleicht ein Gefühl oder eine bestimmte Körperempfindung. So kann ich mit der Zeit meine Wahrnehmung verfeinern und immer mehr meine innere Wirklichkeit mit der äußeren synchronisieren..

Viele Spaß dabei!

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Nichts lernen – einen ganzen Tag lang

Versuche mal, einen Tag lang nichts zu lernen!

Am Ende des Tages kannst du dann reflektieren: was weiß ich jetzt, was ich gestern noch nicht wusste. Kann ich etwas neues? Oder habe ich eine neue Erfahrung gemacht, etwas gefühlt, dass ich noch nie gesehen habe, oder etwas gesehen, dass ich noch nie gesehen habe. Vielleicht habe habe ich mir heute eine Frage gestellt, die ich mir noch nie gestellt habe.

Und vielleicht stellst du fest, wie schwer es ist einen ganzen Tag nichts zu lernen… Lernen passiert sowieso, immer und überall, wir können gar nicht anders. Für eine neue Lernkultur brauchen wir alle ein tiefes Vertrauen da hinein. Dann entsteht Raum und Freiheit für individuelles Lernen und für die Entwicklung individueller Fähigkeiten.

Bei jedem einzelnen von uns – viel Spaß dabei!

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Wachsen und dein Potenzial entfalten – mit der Natur als Partner

Sich zentrieren, auf das was wirklich wichtig ist

Stell dich an einem Platz in der Natur,

was nimmst du wahr? Lärm von vorbeifahreden Autos, singende Vögel , lachende Kinder, die Sonne, wie sie durch die Blätter scheint… viele Eindrücke auf einmal, alles durcheinander

und dann wage ein Experiment, das so aussehen kann: du fängst an, dich auf etwas in deiner Nähe einzulassen, ein Punkt, der dich interessiert, du gehst näher und fokussierst dich, jetzt im Frühling besonders schön zu beobachten, wie sich Dinge verändern wollen, wie Wachstum stattfindet, wo sich Dinge entfalten wollen, finde solch einen Punkt, und vertiefe dich darin. Nichts kann den Wachstumsimpuls verhindern, der sich so gewaltig im Frühjahr zeigt

Wo liegt dein Impuls des Wachstums? Was gibt es, was dich am wachsen hindert?

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Die Verantwortung für meine Gefühle übernehmen

Stell dir vor, du übernimmst vollkommen die Verantwortung für deine Gefühle…

Wenn du ärgerlich bist, dann hörst du auf über den zu schimpfen der dich „verärgert“ hat und fängst an, nach innen zu lauschen, warum es dich ärgerlich macht. Vielleicht erinnert dich das Verhalten an ein Verhalten, dass ein anderer Mensch dir gegenüber lange praktiziert hat und du konntest dich nicht wehren…

Und wenn du gerade noch guter Dinge warst und sooo gut gelaunt und dann macht jemand eine Bemerkung und du wirst unsicher, traurig… dann mach mal den Versuch, diese Person nicht dafür verantwortlich zu machen, dass deine gute Laune verschwunden ist und frage mal innen nach, wie es sein kann, dass so ein Zustand der eben noch so stabil war, doch so wackelig sein kann.
Und auch in der Schule: die blöden Schüler, machen mich ärgerlich, weil… Wie ist es, wenn dir dieser Ausweg versperrt ist und du stattdessen zu dir sagst: ich werde ärgerlich, ich mache mich ärgerlich durch den Gedanken, dass… ergründest die Ursachen und hörst einfach auf mit diesen Gedanken.

Es hört sich nicht spektakulär an, aber wenn uns das wirklich gelingt, dann ist das ein Quantensprung in unserem Miteinander.

Viel Spaß beim ausprobieren!

🙂

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Den Tisch decken

Lernen ist wie essen, wir nehmen Nahrung auf. In einem Kontext wie in der Schule ist es wichtig dafür Zeichen zu setzen. So wie man sich die Hände wäscht, bevor man sich zu Tisch setzt, den Tisch deckt, vielleicht ein Gebet spricht, kann man sich und die Klasse vorbereiten, bereit machen. Also Pausenenergie abwaschen, Tisch mit Heften und Büchern decken, innere Sammlung und Ruhe. Und dann gibt es mal ein Essen aufgetischt, Fastfood oder 4 Sterne Menu,  mal muss man selbst kochen, alleine oder in einer Gruppe, manchmal kochen und essen alle das Gleiche, mal gibt es verschiedene Gerichte, die nachher zum Buffet werden.

Also, genau wie man dem Tisch decken Aufmerksamkeit schenkt, sollte es dafür auch eine Bereitschaft in der Klasse geben, eine Vorbereitung, ein Einstimmen, damit das Wasser im Mund zusammen läuft und die Neuronen warm laufen.

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Da sein

Oh, je, da kommt schon wieder der unmögliche Kollege, mit dem keiner reden will…

der supernervige Schüler…

mmh, der Vater dieser Schülerin ist tödlich verunglückt…

Im Alltag begegnen uns immer wieder Situationen, die uns unangenehm sind. Was soll ich sagen, was kann ich tun… Aber, ist das überhaupt gefordert?

wie wäre es mit einfach da sein. Da, wo wir sonst wegschaun, hingehen, präsent sein, da bleiben, einfach nur damit da sein, ohne etwas ändern zu wollen. Mit meiner mitfühlenden Präsenz einen Raum der Wahrnehmung schaffen, wo gesehen werden kann, was gerade ist, ohne Aktion, etwas anders machen zu wollen oder haben zu wollen, der dem anderen das Gefühl geben kann, nicht richtig zu sein.

Und das ist nicht das Gleiche wie Aushalten müssen. Der Unterschied kommt aus dem Freiwilligen Sein.

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“ Bringing attention to the back of the body. 

[…] Have you ever been in a meeting in which everyone was interrupring one another and it felt as if no one was really being heard? If even one person in the group brings their attention to the back of their body, a quality of space and recepitivity is introduced that can change the tone and course of the meeting.“

Ich habe es jetzt schon öfter ausprobiert, es funktioniert immer!

Liebe Grüße

Christoph

(mein Übungsvorschlag stammt aus dem Buch „Be the change“ von Ed und Deb Shapiro, S. 219 )

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Etwas neues erfahren 

Du bist in einem Gespräch und ertappst dich dabei, etwas zu sagen, dass du schon oft gesagt hast. Vielleicht merkst du sogar, wie du dich dabei langweilst, wenn du dir zuhörst; selbst wenn es sich von außen so anhört, als ob du etwas vehement und leidenschaftlich verteidigst, etwas, das schon immer so war, etwas, von dem du absolut überzeugt bist, etwas, das dir Stabilität verleiht. Oder eine Meinung, eine Einstellung, ein Glaubenssatz, ein Rezept, eine deiner Schwächen, der Grund weil du immer…, aber, eben, es langweilt dich, du kennst es in- und auswendig. Und hier stoppst du.
Gib dir ein paar Atemzüge und erwecke in dir die Neugier und Spannung auf das, was du noch nicht weißt, etwas Neues, das du jetzt erfahren kannst, wenn du es zulässt. Sei mehr daran interessiert an dem, was du noch nicht weißt, als an dem, was du schon weißt. Dann kannst du aus jedem Gespräch etwas neues lernen.

Viel Spaß dabei in der Praxis,

Silke

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Recht haben

Wenn aus deinem Mund ein schnelles „Ja, aber, …“ kommt, könnte das ein Indiz sein, dass du gerade recht haben willst. Und selbst, wenn du es ganz spirituell im letzten Moment noch in ein „Ja, und…“ kleidest. Das kann man ganz leicht jeden Tag in der Schule erleben, Diskussionen um das Recht haben, um die „richtige“ Meinung. Ganz schnell kommt man dann in einen Modus des Austausches von Argumenten und Gegenargumenten, wo es vor allem um das Recht haben geht und sich die Fronten schnell verhärten, es wird dann richtig ernst…und die ganze Energie zieht sich nach oben in den Kopf. Neue kreative Lösungen und Ideen können so kaum entstehen. Und hier stoppst du. Du kannst deine Konzentration auf deine Füße lenken oder in die Erde atmen. Und beobachten, was in dir gerade stattfindet, wie lieb gewonnen du diese Meinung hast, zum Beispiel, oder wie du ärgerlich wirst über so viel Starrsinn auf der gegenüberliegenden Seite (wohlgemerkt, nur auf der anderen Seite :-)), vielleicht auch, welche Blöße es für dich darstellt, deinem Gegenüber unterlegen zu sein oder als weniger kompetent da zu stehen. Und dann sprichst du einfach deine Wahrnehmung aus dessen, was gerade geschieht. Und umschiffst noch die Gefahr, daraus gleich wieder in einen Recht-Haben-Prozess zu kommen, in dem du mit dir und deinen Wahrnehmungen verbunden bleibst. Und vielleicht könnt ihr dann über euch lächeln, euer Recht haben wollen, und es öffnet sich ein anderer Raum des Austauschs, wo ihr abseits eurer vorgefertigten Meinung noch einmal neu schauen könnt. Vielleicht auch nicht. Sei gespannt, was passiert, wenn du dich in eine neue Verhaltensweise wagst.

Viel Spaß beim Forschen und Lernen!

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Sich beklagen

Sehr beliebte Beschäftigung in der Schule: die Klagerituale! Man regt sich am besten gemeinsam mit Kollegen über Dinge auf, am liebsten über ungezogene Schüler, über das System oder Entscheidungen  der Schulleitung, … und verbraucht damit unheimlich viel Energie – für nichts! Es bringt nichts, zieht die Energie runter, also kann man es auch lassen und die Energie für andere Dinge benutzen. Menschen, die sich beklagen, verändern sich nicht. Wenn du also diese Woche merkst du beschwerst dich oder beklagst etwas, deine Stimme wird nörgelig, dann registrierst du, aha , ich beschere mich gerade. Du kannst auch zur Übung noch mal richtig rein gehen in diese Beschwerdeenergie und dich vollkommen aufregen. Und dann hör einfach auf damit. Danke deinem gegenüber innerlich oder auch laut ausgesprochen für den Anlass dass du dich wahrnehmen durftest. Registriere was es in deinem Gegenüber bewirkt, dass du dich der Beschwerdeenergie entziehst. Vielleicht stellst du fest, dass ihr sonst kein gemeinsames Thema habt, vielleicht bist du erleichtert, nun über andere Dinge reden zu dürfen… Über Dinge, die dich begeistern, die dir Freude bereiten…

Es ist wie Zähneputzen, man muss es sich einfach vornehmen, es zu tun, weil es hygienisch ist und gesund hält.

Viel Spaß beim Üben

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Eine Antwort zu “Übungen

  1. Hallo Silke,
    danke für die schönen Ubungen. Am spannendsten finde ich die
    „Bringing attention to the back of the body.“ – übung. Die werde ich bei nächster Gelegenheit ausprobieren.
    liebe Grüße ( auch aus Berlin )
    Peter Rehlinger
    http://www.peter-rehlinger.com

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